Wintererstbegehung der Badile-Nordostwand - Michel Darbellay - Der komplette Alpinist

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50 Jahre Wintererstbegehung der Badile-Nordostwand
Eine „europäische Seilschaft“
50 Jahre Wintererstbegehung der Badile-Nordostwand „Cassin“

Die spezielle Wandstruktur der Badile-Nordost, in der sich viel Schnee und Eis festsetzen kann, machte die Begehung im Winter zu einer heiklen Angelegenheit, und so wundert es nicht, dass sie die letzte der sechs großen Nordwände der Alpen war, die auch im Winter begangen werden konnte.  

Am 21. Dezember 1967 stiegen die drei Walliser Bergführer Michel Darbellay, Camille Bournissen und Daniel Troillet in die Nordostwand ein. Doch sie waren nicht die einzigen, die die Idee einer Wintererstbegehung verfolgten, denn wenig später machten sich auch drei Italiener auf, die Badile bei Eis und Schnee zu durchsteigen: Alessandro Gogna, Bergführer, Journalist und Fotograf, sowie Paolo Armando und Gianni Calcagno. Nach ihrem Zusammentreffen ging man in gutem Einvernehmen zunächst noch in zwei Dreierseilschaften gemeinsam weiter, um sich später jeweils zu zweit – immer ein Schweizer mit einem Italiener – am Seil zu verbinden. Und trotz Sprachbarrieren funktionierte es gut.
Die italienisch-schweizerische Seilschaft. © Archiv Darbellay
Vom 21. bis 25. Dezember kämpften sich die Alpinisten bei schwierigen Bedingungen – manchmal schafften sie am Tag nur eine Seillänge – weiter aufwärts, bis ein Wettersturz sie schließlich doch zum Rückzug zwang. Aber schon am 28. Dezember waren wieder alle sechs Bergsteiger in der Wand, um es erneut zu versuchen. Nochmals erreichten sie die Biwakhöhle auf dem zentralen Schneefeld, als wiederum die Verhältnisse zusehends schlechter wurden und erneut Schneefall einsetzte. Trotzdem gelangten die Alpinisten am Silvestertag bis auf Höhe des zweiten Cassin-Biwaks. Dort entschied man sich zu einem schwierigen Abstieg zurück zur Biwakhöhle, um dort die Nacht zu verbringen. Am nächsten Morgen lag erneut ein harter Klettertag vor ihnen, der vom folgenden, dem 2. Januar, wegen eines Sturms mit rund 100 km/h an Widrigkeiten noch übertroffen wurde. Die Temperaturen sanken auf minus 30 Grad Celsius. Zudem war die Verpflegung mittlerweile knapp geworden. Doch gelang es allen am selben Nachmittag, den Gipfel zu erreichen, wo noch einmal biwakiert werden musste.
Presseauszug nach der Wintererstbegehung / Archiv Darbellay
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